Hintergrund

Jeden Tag sterben in Deutschland durchschnittlich sechs Jugendliche und junge Erwachsene (unter 40 J.) durch Suizid, schätzungsweise 150 versuchen es.
Warum wollen junge Menschen sterben? Kann man überhaupt wirklich "sterben wollen"? Ist jeder, der den Tod dem Leben vorzieht, "gestört"? Und was passiert, wenn man anfängt, über all diese Dinge zu reden?

WARUM EIN STÜCK ÜBER SUIZID?

"Sterben wollen alle mal" bringt auf die Bühne, worüber in unserer Gesellschaft nur ungern geredet wird: Suizid oder den Wunsch zu sterben, obwohl man nicht müsste. Es rückt die Schattenseiten unseres Lebens ins Licht, die jeder von uns kennt und doch lieber verdrängt.
Das Stück erzählt zunächst episodisch und mit dezentralen Schauplätzen vom Lebensgefühl und Alltag der Protagonisten; dabei gewährt besonders der parallele Einsatz von Videoprojektionen einen wichtigen Einblick in die subjektive Wahrnehmungswelt des Einzelnen, die bei diesem kontroversen Thema so häufig unter den Tisch fällt.
"Sterben wollen alle mal" will Einblick gewähren in die emotionale Welt der am Leben Verzweifelnden, Mitgefühl wecken und provozieren, wichtige Fragen stellen und den Zuschauer direkt ansprechen: Suizid betrifft jeden von uns. Die Grenze zwischen Zuschauerraum und Bühne wird dabei aufgehoben und neu definiert: Die Bühne wird zum Symbol für das Tabuthema "Suizid"; wer sie betritt, wird zum "Anderen", zum Aussteiger und Grenzgänger zwischen Leben und Tod, mit dem Vorsatz, das Unwiderrufbare zu übertreten und den allseits gefürchteten Tod dem Leben (und damit auch der Gemeinschaft) vorzuziehen.

"Sterben wollen alle mal" problematisiert ein ernstes Thema, Suizid bei jungen Menschen, mit Feingefühl und manchmal auch mit Humor, aus mehreren Perspektiven, ohne erhobenen Zeigefinger und allzu offensichtliches Happy End.