sterben wollen |Berlin und Suizid

 

Akteure + Aktivitäten

Studierende und Absolventen des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin arbeiten derzeit gemeinsam mit dem Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin an einem Berlin-Suizid-Lesebuch. Die Gruppe realisierte bereits das Ausstellungsprojekt „Sterben wollen | Denkraum Suizid“ in Kooperation mit dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité, dem Berliner Bündnis gegen Depression und weiteren Förderern und Helfern.

 

Lesbar + Konkret

Das Berlin-Suizid-Lesebuch verortet das Thema Suizid im Berliner Stadtraum. Es werden Verknüpfungen zwischen dem sensiblen, meist im Privaten verbleibenden, oft verschwiegenen Thema und konkreten Orten, Personen, Institutionen in der Stadt hergestellt. Das Lesebuch schafft so einen besonderen Zugang und lässt eine andere Art der Auseinandersetzung mit Selbsttötung zu.

 

Allgegenwärtig + Unfassbar

Außerhalb des wissenschaftlichten Bereiches wird über Suizid hauptsächlich aus Betroffenenensicht und unter psychologisch-psychiatrischen Aspekten geschrieben. Unsere kulturhistorische Beschäftigung mit Berlin und Suizid weist auf die Alltäglichkeit von Suiziden hin: Sie passieren, zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Schicht einer Gesellschaft. Unser Buch lässt die Orte und Personen nicht abstrakt, sondern benennt sie, rückt sie assoziativ, informativ und sensibel ins Licht und macht das Thema greifbar.

 

Lokal + Biografisch

45 Facetten des Themas Suizid im Berliner Stadtraum werden besprochen. Die ausgewählten Orte haben einen aktuellen oder historischen Bezug, sind bekannt oder unbekannt, oftmals alltäglich. Es kann sich um Wohnorte von Suizidenten handeln oder um Orte, wo sie wirkten, wo an sie erinnert wird oder wo Menschen beruflich mit Selbsttötungen konfrontiert sind.
Die Gestaltung der einzelnen Themen ist vielfältig, die Texte sind unterschiedlich in Art und Umfang: Abschiedsbriefe, Berichte, literarische Schriften, Nachrufe oder Todesanzeigen sowie redaktionelle Beiträge. Die Texte werden ergänzt durch Fotos, Grafiken, Collagen u. ä.
Darüber hinaus bieten wir Vorschläge, den Besuch einiger Orte in Touren zu Fuß, mit dem Rad oder der S-Bahn zu verknüpfen.


Persönlich + Verborgen

Das Berlin-Suizid-Lesebuch richtet sich an BerlinerInnen und Berlininteressierte, die Alltägliches, jedoch oft Verborgenes fernab der ausgetretenen Pfade erfahren wollen. Daneben werden auch Menschen angesprochen, die bereits mit dem Phänom konfrontiert sind und sich für eine Auseinandersetzung jenseits der gängigen Lesart (Psychologisierung, Pathologisierung, Selbsthilfeliteratur) interessieren. Sie sind eingeladen, die Geschichten hinter den Orten zu erkunden.

 

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